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Steuern

Besteuerung Einzel- und Personengesellschaften

Einige Unternehmen sind nicht als solche steuerbar. Dazu gehören Kollektiv- oder Kommanditgesellschaften sowie Einzelunternehmen.

Einzelfirmen, Kollektiv- und Kommanditgesellschaften sind nicht als Unternehmen steuerpflichtig, da sie keine juristischen Personen sind. Jede Einzelunternehmerin und jeder Gesellschafter von Kollektiv- und Kommanditgesellschaften versteuert sein Privat- und Geschäftseinkommen sowie Privat- und Geschäftsvermögen als Ganzes.

Für Einzelunternehmerinnen und Personengesellschafter setzt sich das Einkommen aus allen Bezügen aus dem Unternehmen (Gewinn, Lohn, Zins) sowie dem übrigen Einkommen zusammen. Als natürliche Personen müssen sie dieses Gesamteinkommen beim Bund, beim Kanton und bei der Gemeinde versteuern. Auf der anderen Seite lassen sich die Gestehungskosten und allfällige Verluste aus dem Geschäft mit dem Einkommen verrechnen.

Die bezahlten Steuern können Einzelunternehmer oder Personengesellschafterinnen weder beim Bund noch in den Kantonen vom steuerbaren Reingewinn in Abzug bringen. Bei den Kapitalgesellschaften ist dies dagegen möglich.
Das Privat- und Geschäftsvermögen von Einzelunternehmern und Personengesellschaftern unterliegt nur den kantonalen und kommunalen Steuern, nicht aber der direkten Bundessteuer. Das gilt auch für Kollektiv- und Kommanditgesellschaften, bei denen jeder Gesellschafter und jede Gesellschafterin seinen und ihren Anteil am Einkommen und Vermögen persönlich versteuert.

Abschreibungen: Geschäftsbedingte Ausgaben können von den Einnahmen abgezogen werden. Investitionen in Autos, Einrichtungen sowie Liegenschaften sind aber nicht im ersten Jahr bzw. Kaufjahr voll abzugsfähig. Sie dürfen nur als Abschreibungen auf einige Jahre verteilt den Ausgaben belastet werden. Die Abschreibungssätze variieren von 3% bis 45% jährlich.
Wer Fahrzeuge oder Computer least statt kauft, kann die gesamten Kosten bzw. die jährlichen Leasinggebühren dem entsprechenden Geschäftsjahr belasten.

Rückstellungen kann man für allfällige Risiken (zum Beispiel säumige Schuldner, drohende Prozesskosten, fällige Entschädigungszahlungen etc.) vornehmen:

  • stark gefährdete Forderungen darf man vollumfänglich zurückstellen, auf alle übrigen Inlandforderungen ist eine pauschale Wertberichtigung von 5% gestattet,
  • auf Auslandforderungen sind es gar 10%,
  • einzelne Kantone gestatten den 10%-Abzug in der Praxis sogar auf die Gesamtsumme der offenen Rechnungen.


Verluste: Beim Bund und den Kantonen können geschäftsmässig begründete Verluste aus 7 vorangegangenen Bemessungsperioden abgezogen werden.


Abgrenzung zum Privataufwand

Wichtig für Selbstständige, die weiterhin als natürliche Personen Einkommensteuern zahlen: Private Ausgaben und geschäftliche Auslagen müssen sauber getrennt werden. Grundsätzlich dürfen Selbstständige alles abziehen, was geschäftsmässig begründet ist. Sämtliche abzugsfähigen Kosten müssen mit Belegen nachgewiesen werden können.
Die korrekte Abgrenzung von privatem und geschäftlichem Aufwand ist auch nötig bei:

  • Geschäftsreisen, welche steuerlich als Aufwand akzeptiert werden. Reisen mit ausschliesslich privatem Charakter sind nicht abzugsberechtigt.
  • Geschäftswagen, welche auch privat benutzt werden.
  • Mietanteilen, wenn der Inhaber auch gleich in der Geschäftsliegenschaft wohnt. Mietkosten, die nicht marktkonform sind, rechnen die Steuerbehörden auf.
  • Hotel-, Restaurant- und Reisespesen: Zweck und die Namen eingeladener Geschäftspartner sind zu belegen.
  • Berufskleider: Reine Arbeitskleider darf man steuerlich geltend machen, nicht jedoch Anzug und Krawatte, weil man beides auch privat tragen könnte.
  • Weiterbildung: Vertiefende Fachkurse sind geschäftsmässiger Aufwand, ebenso Fachliteratur. Der Hobby-Kochkurs oder das TV-Programmheft fallen jedoch nicht darunter.
  • Prämien und Gebühren: Versicherungsprämien, Telefontaxen, Konzessionsgebühren für Radio und Fernsehen, Anwaltshonorare, Löhne für Aushilfen usw. sind nach Privat- und Geschäftsaufwand aufzuschlüsseln.
     

Steuergünstiger Geschäfts- und Wohnort

Jeder Kanton und jede Gemeinde hat eigene Steuersätze. Wenn die Wahl des Geschäfts- und des Wohnsitzes noch bevorsteht, lohnt sich der Vergleich. Die kantonalen und kommunalen Steuergefälle machen es möglich: Wie Privatpersonen kann auch das Unternehmen durch eine geschickte Standortwahl Steuern sparen.

  • Einzelfirmen und einfache Gesellschaften versteuern den gesamten Unternehmensgewinn inklusive dem Lohn der inhabenden Person sowie ihr Geschäftsvermögen am Geschäftssitz. Nur das übrige Einkommen und das Privatvermögen der inhabenden Person fallen an dessen Wohnort an.
  • Analog verhält es sich bei einer Kollektiv- und Kommanditgesellschaft. Die Gesellschafterinnen und Gesellschafter versteuern ihren Lohn aber am Wohnort.
  • AGs und GmbHs versteuern ihren Unternehmensgewinn und ihr Kapital am Ort des Geschäftssitzes. Aktionäre bzw. Gesellschafterinnen versteuern ihr Einkommen, ihre Dividenden und ihr Privatvermögen an ihrem Wohnort.

 

Besteuerung von Kapitalgesellschaften

Bei der Besteuerung von AG und GmbH muss man klar zwischen Privatem und Geschäft unterscheiden. Auf folgende Punkte sollte man achten.

Im Gegensatz zu den Personengesellschaften besteht bei der Aktiengesellschaft und der GmbH eine klare Trennung zwischen Privatem und Geschäft. AG und GmbH werden als Unternehmen besteuert, Aktionär und Gesellschafter als Privatpersonen.
Die klare Trennung führt auf der anderen Seite aber zu einer wirtschaftlichen Doppelbesteuerung. So wird einerseits der Reingewinn bei der AG besteuert und andererseits fallen beim Aktionär Einkommenssteuern auf die ausgeschüttete Dividende an.
Analog verhält es sich mit dem Aktienkapital. Bei der AG sind darauf Kapitalsteuern fällig und beim Aktionär Vermögenssteuern aufgrund des Aktienwerts. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat dazu eine Wegleitung zur Bewertung von Wertpapieren ohne Kurswert herausgegeben.

Die Unternehmenssteuerreform II - der Bundesrat hat die Mehrheit der Bestimmungen per 2009 in Kraft gesetzt - mildert die Auswirkungen der wirtschaftlichen Doppelbesteuerung ab.


Ertragssteuern auf den Reingewinn

Was beim Privaten die Einkommenssteuer, ist bei der Aktiengesellschaft und der Gesellschaft mit beschränkter Haftung die Ertragssteuer. Diese Gewinnsteuer fällt beim Bund, den Kantonen und der Gemeinde an. Die Steuerpflicht beginnt am Tag der Eintragung ins Handelsregister.

In den meisten Kantonen kommen noch Kirchensteuern dazu - und zwar an die Landeskirchen (reformierte, römisch-katholische und häufig die christkatholische Kirche, in BS und SG auch die jüdische Gemeinde). Im Kanton VD ist die Kirchensteuer bereits in den kantonalen Abgaben inbegriffen. Im Kanton VS kennen nur einzelne Gemeinden die Kirchensteuer und in GE, NE und TI ist die Bezahlung freiwillig. Firmen müssen die Kirchensteuer auf jeden Fall zahlen. Sie können nicht wie Private aus der Kirche austreten und so diese Steuerpflicht ablegen.
 

Wie wird die Gewinnsteuer berechnet?

  • Bund
  • Kantone AI, AR, FR, GE, JU, LU, NW, OW, TI und VD
  • Gemeinden in den Kantonen BL und UR

wenden darauf einen so genannten proportionalen Steuersatz an.
Darunter versteht man eine einfache Steuer in Prozenten des Gewinns. Ein fester Satz, der beim Bund 8,5% und in den Kantonen und Gemeinden zwischen 2% und 24% beträgt. Am günstigsten ist der Kanton ZG, die höchsten Gewinnsteuern haben BS, BL, GE, GL, SO und ZH.

Alle übrigen Kantone haben ein gemischtes System, das die so genannte Ertragsintensität berücksichtigt. Die Ertragsintensität ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen Kapital und Reserven einerseits und dem erzielten Reingewinn anderseits:
BS, GL, UR und ZH erheben auf die Grund- bzw. Proportionalsteuer unterschiedliche, progressive Zuschläge
AG, SO, SG und TG arbeiten mit einem Zweistufentarif, wobei ausgeschüttete Gewinne zu einem reduzierten Tarif besteuert werden
Die Kantone BL, GR und NE wenden einen progressiven Tarif an
BE, SH, SZ, VS und ZG kennen ein gemischtes, mehrstufiges Tarifsystem, das nach der Höhe des Gewinns abgestuft ist
Die Gemeinden im Kanton BS erheben keine eigenen Gewinnsteuern, sondern beteiligen sich am Ertrag des Kantons. Die Gemeinden in den Kantonen AG, GR und SG erheben für ihre Gemeinden Zuschläge.
Wichtig zu wissen: Die Gewinnsteuer ist nicht nur auf den ausgewiesenen Reingewinn (Ertrag minus Aufwand) fällig, sondern auch auf den geschäftsmässig nicht begründeten Aufwand (nicht begründete Abschreibungen oder Rückstellungen, verdeckte Gewinnausschüttungen usw.). Dafür gelten die Steuerzahlungen selbst aber als steuermindernder Aufwand. Dies im Gegensatz zu den Steuern von Privatpersonen, wo sie zu den Lebenshaltungskosten zählen und damit nicht von den Steuern abzugsfähig sind.
 

Besteuerung Gesellschaftskapital

Alle Kantone (aber ohne Bund) erheben zudem Steuern auf das Gesellschaftskapital. Üblich ist es, eine proportionale Abgabe in der Höhe von 3 bis 9 Promille. Nur gerade VS wendet einen leicht progressiven Tarif an.
In den meisten Kantonen erfasst die Kapitalsteuer das Aktien- bzw. Stammkapital sowie die ausgewiesenen Reserven.

 

Quelle: www.kmu.admin.ch